Persönliches Wachstum
Aikido hat das Potential dich zu verändern, wenn du es möchtest. Bei dieser Transformation geht es nicht darum, dass du eine andere Person wirst; es geht darum, dein Zentrum zu finden. Es geht nicht darum, zu verändern wer du bist, sondern zu erfahren wer du bist. Es geht darum im Rahmen des Trainings deine Gedanken, Emotionen und Reaktionen zu beobachten, diese zu erkennen und bei Bedarf bewusst zu verändern.
Unser Shihan Christian Tissier Sensei hat es folgendermaßen ausgedrückt:
„Im Aikido geht es nicht darum andere zu kontrollieren, sondern sich selbst durch die Bewegung kennenzulernen.“
Yoko Okamaoto Sensei spricht auf ihrer Homepage vom Prozess des persönlichen Wachstums:
Aikido is not an easy martial art. However, it is accessible to anyone who has a desire to train. During your practice you will go through high and low points, at times you will feel overjoyed and fulfilled. At other times you will feel exhausted. Whichever the case, as you walk along the Aikido's "path" you will have countless eye-opening encounters, learn about your own self, and refine your ability to judge and make decisions.Through the practice of Aikido, it is possible to experience the process of personal growth in harmony with others and your surrounding.
Dieses persönliche Wachstum kann, wenn Aikido regelmäßig geübt wird, auf verschiedenen Ebenen stattfinden: es wirkt auf der körperlichen Ebene (Anspannung, Fluchtreflex), auf der emotionalen Ebene (Angst, Aggression) und auf der kognitiven Ebene (unbewusste Bewertungen und Reaktionen).
Auf der körperlichen Ebene werden sich ganz automatisch eine verbesserte Haltung und Beweglichkeit sowie eine ruhigere Atmung einstellen. Durch die bewusste Bewegung und Atmung erfolgt körperlich ein Stressabbau. Wir sind besser im Gleichgewicht und körperlich mehr zentriert. Die körperliche Wahrnehmung wird gestärkt, einerseits zum eigenen Körper, andererseits – durch die Partnerübungen – auch zum Körper des Partners/Gegners.
Auf der emotionalen Ebene entwickeln wir vor allem Selbstvertrauen: wir lernen wie wir mit einem Angriff umgehen können. Dieses Selbstvertrauen erwächst daher aus der Erfahrung und wird nicht vom Ego genährt. Man erlebt Sicherheit und Kontrolle in den Übungen und nimmt diese Erfahrungen in den Alltag mit.
In körperlichen oder verbalen Konfliktsituationen können wir gelassener bleiben, weil wir nicht von Reflexen, Ängsten, Wut oder anderen Emotionen gesteuert werden. Wir lernen im Training stressige Situationen kennen (Angriffe) und lernen damit umzugehen (Techniken). Durch das wiederholte Üben gehen die bewusst gewählten Reaktionen ins Körpergedächtnis über. Wir bleiben uns unserer Reaktionen bewusst und können unbewusste Reaktionen des limbischen Systems wie die Kampf-oder Flucht-Reaktion oder das Erstarren vor Angst (freeze) vermeiden. So bleiben wir auch in einer stressigen Situation körperlich und emotional zentrierter und entspannter.
Auf der kognitiven Ebene geht es darum unbewusste Muster, Denkstrukturen und Überzeugungen zu hinterfragen und – wenn gewünscht - zu verändern. Nur wenn wir unsere unbewussten Muster erkennen, können wir diese auch bewusst verändern.
Die Präzision der Technik schafft einen Rahmen, in dem man sich selbst erkennen kann. (Christian Tissier)
Durch das wiederholte und regelmäßige Üben in einem sicheren Raum können wir diese unbewussten und teilweise unerwünschten Muster erkennen, bewusst ablegen und durch neue gewünschte Verhaltensweisen ersetzen. Diese Entwicklung ist oft auch außerhalb des Dojos spürbar. Aikido ist daher nicht nur eine Kampfkunst sondern ein Lebensweg.
Aikido ist eine Kunst der Transformation. Es ist nicht der Gegner, der sich verändert – wir sind es. (Christian Tissier)